Google leuchtet am 1. August für die Schweiz Rot und Weiss

Googlegrafik am 1. August 2015

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Einigt euch wieder, liebe Eidgenossen

1. August-Lichter (Copyright Lenzerheide)

1. August-Lichter (Copyright Lenzerheide)

Rot und Weiss

Die Schweiz feiert am 1. August ihren Nationalfeiertag. Den ganzen Tag über dominieren in der deutschen, französischen, italienischen und romanischen Schweiz die typischen Landesfarben Farben Rot und Weiss. Diese beiden Farben vereinen unterschiedliche Sprachregionen und eine ausgeprägte kulturelle Vielfalt. Sie sind Erkennungsmerkmal und im In- und Ausland oftmals Sinnbild für gute Qualität. Aber sind die beiden Farben die einzig verbliebene Überzeugung, die das Land zusammenhält?

Rot gegen Weiss 

Im Vergleich zum wankenden Europa scheint die Schweiz standhaft wie eh und je. Wer genauer hinschaut, dem fällt aber auf, dass sich auch in der Schweiz die Gräben öffnen und sich Landesteile und Leute immer mehr auseinander leben. Jede Position nimmt in Anspruch, für sich und die Schweiz das einzig richtige zu tun. Schliesslich geht es um ein einziges Wohl, jenes der Schweiz und seiner Bürgerinnen und Bürger. Aber anstatt sich für gute Lösungen einzusetzen, setzt man immer mehr darauf, einen Kampf zu gewinnen und den Gegner in die Enge zu treiben. Dies führt dazu, dass die Bevölkerung sich nicht mehr an zielführenden Ideen orientieren kann. Macht und Eigeninteressen dominieren. Ein grosses Problem für ein Land mit einer direkten Demokratie. Wäre ein Ja zu einer Masseneinwanderungsinitiative zustande gekommen, wenn sich mehr Leute gemeinsam für eine schweiz- und europagerechte Lösung im Umgang mit der steigenden Zuwanderung eingesetzt hätten? Auch die Schweizer Werte können sich nur im direkten Vergleich mit anderen Werten entfalten.

Rot und Weiss einigt euch

Was können wir Schweizer tun, damit Rot und Weiss wie auf dem Bild oben wieder leuchten? Wie finder wir wieder zurück zu mehr Offenheit, Kompromissbereitschaft und konstruktiver Einigkeit? Vielleicht hilft die Vorstellung weiter, dass es kein Schweizer Kreuz ohne eine umrahmende zweite Farbe gibt. Ebenso braucht es ein visuelles Konzept, das Rot und Weiss Form bringend zusammen hält. Gefragt sind also Menschen, die sich dafür einsetzen, dass die föderalen, regionalen und kulturellen Eigenheiten der Schweiz wieder sorgsamer ausbalanciert werden. Vielleicht entstehen auf diese Weise wieder Ideen für nachhaltige Massnahmen, die im Umgang mit der Zuwanderung, der Asylpolitik, dem Finanzplatz, der Umwelt und dem Sozialstaat Konsens findend eingesetzt werden können.

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Farbige Lichter „alreadymade“

„Licht“, Willy Kammerleiter (Foto: Hartmut Volk)

„Licht“, Willy Kammerleiter (Foto: Hartmut Volk)

Licht mal 12

Der passionierte Lichtkünstler Willy Kammerleiter aus Finsterlohr bei Creglingen arbeitet nicht nur mit Licht, er spielt in seinem Werk auch mit dem Begriff. „Licht“ in zwölf Sprachen hängt zurzeit im Foyer des Kino Klappe von Kirchberg. Die Buchstaben sind von Hand aus Kupferplatten herausgeschnitten und mit farbigen Glasstücken und Metallrasterfolien hinterlegt. Die bearbeitete Platte liegt auf einem sandgestrahlten Messingrahmen mit aufgeschraubten Halogenlämpchen. Leuchtet dieses, wirft der Metallrahmen eindrucksvolle Schattenformen an die Wand. Ein starker visueller Kontrast zu den farbig leuchtenden Lichtbuchstaben.

„Alreadymade“

„Alreadymade“ nennt der Künstler seinen Gestaltungsansatz. Für die Ausstellung im Kinofoyer hat er diesen weiterentwickelt und interaktiv gestaltet. In seinem kinetischen Wandobjekt „Isi Raider“ hat er aus einem alten Motorradtank, Radkappen, Auspuffkrümmerstücken und zwei Kuhhörnern ein Fantasiemotorrad zusammengebastelt. Die Räder sind aus Kupfer- und Messingscheiben. Sie sind unterlegt mit Halogenlichter. Diese bilden einen goldenen Lichtsaum um das bunte Farbenspiel in den Felgen. Nähert man sich dem Objekt, beginnen die Räder zu drehen. Ein Bewegungsmelder erzeugt das farbige Lichtspiel.

Wer gerade mal in der Gegend von Kirchberg ist, Willy Kammerleiters „Lichtkunst“ hängt noch bis Oktober in der Kulturkneipe des Kino Klappe.

„éadrom“ (Licht irisch), Willy Kammerleiter (Foto:  Hartmut Volk)

„éadrom“ (Licht irisch), Willy Kammerleiter (Foto: Hartmut Volk)

„光“ (Licht chinesisch), Willy Kammerleiter (Foto:  Hartmut Volk)

„光“ (Licht chinesisch), Willy Kammerleiter (Foto: Hartmut Volk)

„Lumière“, Willy Kammerleiter (Foto:  Hartmut Volk)

„Lumière“, Willy Kammerleiter (Foto: Hartmut Volk)

„φως“ (Licht griechisch), Willy Kammerleiter (Foto:  Hartmut Volk)

„φως“ (Licht griechisch), Willy Kammerleiter (Foto: Hartmut Volk)

ضوء (Licht arabisch), Willy Kammerleiter (Foto:  Hartmut Volk)

ضوء (Licht arabisch), Willy Kammerleiter (Foto: Hartmut Volk)

lys (Licht dänisch),Willy Kammerleiter (Foto:  Hartmut Volk)

lys (Licht dänisch),Willy Kammerleiter (Foto: Hartmut Volk)

"Isi Raider", Willy Kammerleiter (Foto: Hartmut Volk)

„Isi Raider“, Willy Kammerleiter (Foto: Hartmut Volk)

Weitere Infos

Weitere Bilder im Hohenloher Tagblatt: Willy Kammleiter zeigt seine Lichtkunst im Kirchberger Kino „Klappe“

Weitere Werke des Künstlers: Kammerlighter (Willy Kammerleiter)

Website Kino Klappe

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Eindrückliches Lichtschauspiel am berühmtesten Berg der Schweiz

Das Matterhorn ist einer der berühmtesten Berge der Welt. Zum Gedenken an die Erstbesteigung vor 150 Jahren schmückt eine Lichterkette den erhabenen Berg über den Sommer hinweg. (Bild: AFP)

Das Matterhorn ist einer der berühmtesten Berge der Welt. Zum Gedenken an die Erstbesteigung vor 150 Jahren schmückt eine Lichterkette den erhabenen Berg über den Sommer hinweg. (Bild: AFP)

Eine Lichterkette aus 50 Solarlampen leuchtet seit letzter Woche am wohl fotogensten Berg der Schweiz, dem Matterhorn. Choreografiert beginnt eine Lampe nach der anderen von unten her zu leuchten. Schliesslich leuchten während drei Minuten alle Lichter gleichzeitig und stellen die berühmte Matterhorn-Route über den Hörnligrat auf den Gipfel nach.

Die 50 Lichter sind natürlich eine weitere Touristenattraktion. Vor allem aber erweisen sie den Erstbesteigern, der Seilschaft um Edward Whymper, ehrenvoll Reverenz. Vor 150 Jahren, am 14. Juli 1865, erreichte der Brite mit seinen Männern erstmals den Gipfel des Matterhorns auf 4’478 Metern. Ein grosser Triumpf für die damalige Zeit, der dieses Jahr in Zermatt ausgiebig gefeiert wird. Zu Freud gehört manchmal auch Leid. So hat leider auch dieses Ereignis eine tragische Seite. Beim Abstieg stürzten vier der sieben Bergsteiger zu Tode. Eine rote Lampe markiert in der Lichtinstallation die damalige Absturzstelle deutlich. Dieses farbige Licht ist ein Mahnmal für alle, die den stolzen, geradezu poetisch anmutenden Berg in seiner Gefährlichkeit zu wenig ernst nehmen.

In Gedenken an die über 500 Bergsteiger, die bislang am Matterhorn ihr Leben liessen, wurde der 14. Juli 2015 dem Tag der Stille gewidmet. Bewusst wollte man auf einen Rummel am Berg verzichten. Dafür wurden sämtliche Aufstiege kontrolliert, damit niemand an diesem Tag die Ruhe am Berg stören konnte.

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Lightguys Lichtkunst im altehrwürdigen Suvretta House

Frontansicht Suvretta House, Sankt Moritz: Light Art Performance Photography (LAPP) von Lightguys, Schweiz (Foto: Lightguys)

Frontansicht Suvretta House, Sankt Moritz: Light Art Performance Photography (LAPP) von Lightguys, Schweiz (Foto: Lightguys)

Öffnet ein renommiertes Hotel Künstlerfotografen Tür und Tor, können Bilder entstehen, die man in einem klassischen Hotelkatalog vergeblich sucht. Das Künstlerduo Riet Robbi und Dani Kuss tritt unter dem Namen Lightguys auf. Es konnte während zwei Tagen im renommierten Suvretta House in Sankt Moritz Light Art Performance Photography (LAPP) betreiben. Legendäre Hotelgeschichte und zeitgenössische Lichtkunstfotografie sind auf diese Weise aufeinander getroffen. Die Ergebnisse sind surreal und entziehen sich unserer visuellen Logik.

Reception, Suvretta House, Sankt Moritz: Light Art Performance Photography (LAPP) von Lightguys, Schweiz

Reception, Suvretta House, Sankt Moritz: Light Art Performance Photography (LAPP) von Lightguys, Schweiz

Lift, Suvretta House, Sankt Moritz: Light Art Performance Photography (LAPP) von Lightguys, Schweiz

Lift, Suvretta House, Sankt Moritz: Light Art Performance Photography (LAPP) von Lightguys, Schweiz

Swimmingpool mit Wasserfall, Suvretta House, Sankt Moritz: Light Art Performance Photography (LAPP) von Lightguys, Schweiz

Swimmingpool mit Wasserfall, Suvretta House, Sankt Moritz: Light Art Performance Photography (LAPP) von Lightguys, Schweiz

Lightguys haben beide für sich die Light Art Performance Photography LAPP entdeckt. LAPP ist eine spezielle Form von Lichtkunst Fotografie. Sie berücksichtigt für die Bildkomposition auch die Räumlichkeiten und unterscheidet sich dadurch vom klassischen Light Painting oder Light Writing. Lightguys selber sagen:

„Light Art Performance Photography, kurz LAPP, ist die Neuinterpretation der fotografischen Langzeitbelichtung. Hier wird der Fotograf vor der Linse aktiv, greift in die Aufnahme ein. Eine Lichtaufführung welche ohne spätere Bearbeitung zu surrealen Bildern führt. Mit Licht und Feuerwerk werden Visionen umgesetzt, jede Aufnahme [ist] ein Unikat. Eine LAPP-Performance lässt sich nicht wiederholen oder kopieren. Darum sind unsere Bilder […] einzigartig, jedes für sich [ist] ein abgeschlossenes Kunstwerk.“

Warum Lightguys gerade das traditionelle Luxushotel Suvretta House für ihre Lichtexperimente gewählt haben, weiss ich nicht. Hingegen ist bekannt, dass das Gebäude bereits 1912 eröffnet wurde, zwei Kilometer abseits von Sankt Moritz und damit fernab von jeglichem Rummel des mondänen Stadtlebens. Das Hotel entwickelte sich sehr schnell zu einem der führenden Häuser der Welt. Diskretion und familiäre Gastlichkeit, originelle Bälle und rauschende Feste zogen bekannte Persönlichkeiten aus aller Welt an. Inzwischen ist das Suvretta House ein Hotel, das auf hoher Qualität auf die Bedürfnisse der heutigen Gäste ausgerichtet ist. Trotz zahlreicher baulicher Eingriffe hat das Haus seine Würde und alpine Eleganz behalten. Ein Atout, auch für die kunstfotografischen Arbeiten von Lightguys.

 

Die Bilder haben mir freundlicherweise die beiden Künstler zur Verfügung gestellt. Sie finden sich auf der Website von Lightguys.

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Polarlichter – Feuerwerke am Himmel

Himmlisches Spektakel: Polarlichter über Island Foto: Promote Iceland/Ragnar Sigurdsson

Himmlisches Spektakel: Polarlichter über Island Foto: Promote Iceland/Ragnar Sigurdsson

Stürmt es auf der Sonne heftig, kann es in der Folge an unserem Nachthimmel plötzlich auch mal farbig leuchten. Die Lichtphänomene heissen Polarlichter und tragen die Farben grün, rot und violett. Warum? Wenn nach einem Sonnensturm eine Plasmawolke aus elektromagnetischen Teilchen in das Magnetfeld der Erde eindringt, beginnen in den hohen und sogar mittleren Bereichen Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle in bestimmten Farben zu leuchten. Wie genau es funktioniert erläutert die folgende Tabelle:

Molekül: Licht: Höhe:
Sauerstoff grün 100 km
Sauerstoff-Radikal rot 200 km
Stickstoff violett 100 – 1000 km

Heute Nacht soll erneut eine Plasmawolke zu uns vordringen. Die grün-rot-violetten Schleier werden aber wahrscheinlich nur auf dem Breitengrad der Nordsee zu beobachten sein. Nördlich davon ist es mit der Mitternachtssonne oberhalb des Polarkreises zu hell. Glücklich also jene Menschen, die in der Nordseeregion zuhause sind und vielleicht gerne für einmal auf genügend Schlaf verzichten.

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Azulejos – Lissabons wahres Licht

Lissabon (Copyright Ruth Zihlmann)

Lissabon (Copyright Ruth Zihlmann)

An sonnigen Tagen glänzen Teile von Lissabons Strassen und Gassen einzigartig bezaubernd. Es passiert, wenn Azulejos leuchten, diese für die Region charakteristischen Keramikfliesen. Sie reflektieren das Sonnenlicht und werfen es charmant in die Umgebung zurück. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei Kacheln mit weissem Hintergrund.

Der Name Azulejo leitet sich vom arabischen al zulaij ab und bedeutet „kleiner polierter Stein“. Ursprünglich stammt diese Glasurtechnik aus dem persischen Raum. In Spanien und Portugal ist sie eine Hinterlassenschaft der Mauren, die im Mittelalter lange Zeit weite Teile in diesen Ländern besetzt hielten. Die Technik der Herstellung wurde von einheimischen Handwerkern übernommen und bis heute stetig weiterentwickelt. War früher der Südwesten Spaniens Zentrum der Herstellung, ist heute Portugal Hauptproduzent.

In Lissabon sind Azulejos ein fester Bestandteil des heutigen Stadtbildes.  Sie finden sich an öffentlichen Monumenten und Gebäuden, Kirchen, aber auch an Innenwänden und Hausfassaden. Oftmals sind sie zu künstlerischen Wandbildern zusammengefügt.

Durch den Tourismus haben die bunten Kachelfliesen an Ansehen gewonnen. Das ist gut, aber auch gefährlich. In einzelnen Quartieren sind in den vergangenen Jahren bis zu 20 Prozent der Kacheln verschwunden. Vor allem nachts kommen Diebe mit Hammer und Meissel und schlagen in nur wenigen Stunden von einer Mauer sämtliche Kacheln vom Putz weg. Diese landen auf dem Schwarzmarkt und werden für teures Geld verkauft. Im Auftrag der Stadt wurde deshalb ein Projekt mit dem sperrigen Namen „Programa de Investigação e Salvaguarda do Azulejo de Lisboa“, kurz Pisal, ins Leben gerufen. Es ist ein Programm zur Erforschung und Rettung der Fassadenfliesen von Lissabon. Für das Lissabon eigene Stadtbild ein wichtiges Projekt. Ich war gerade da und hoffe auf guten Erfolg.

Lissabon (Copyright Ruth Zihlmann)

Lissabon (Copyright Ruth Zihlmann)

Lissabon (Copyright Ruth Zihlmann)

Lissabon (Copyright Ruth Zihlmann)

Lissabon (Copyright Ruth Zihlmann)

Lissabon: Azulejos, auch im Schatten wahre Kunstwerke (Copyright Ruth Zihlmann)

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Ewiges Leben

Arnold Böcklin: «Die Toteninsel» (Erste Fassung), 1880. Öl auf Leinwand, 110,9×156,4 cm. Quelle: Kunstmuseum Basel

Arnold Böcklin: «Die Toteninsel» (Erste Fassung), 1880. Öl auf Leinwand, 110,9×156,4 cm.
Quelle: Kunstmuseum Basel

Ein besonders schönes Beispiel eindrücklicher Lichtdramaturgie stellt Arnold Böcklins Gemälde „Die Toteninsel“ von 1880 dar. Aufrecht stehend und hell leuchtend wird eine verstorbene Person zur letzten Ruhestätte gefahren. Diesseitiges Licht begleitet sie auf dem Übergang vom Leben in den Tod. Es ist kein Weg in die absolute Dunkelheit. Von der Sonne beschienen leuchtet auch die Toteninsel. Licht bedeutet immer auch Leben. Das Leben nach dem Tod geht also weiter. Böcklin untermalt diesen Gedanken eindrücklich mit viel Licht und sorgfältig inszenierten Hell-Dunkel-Kontrasten.

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Lichtlinien für geometrische Raumvariationen

Audiovisual installation by Noemi Schipfer & Takami Nakamoto, NONOTAK, Parallels at STPR Biennial, Eindhoven, Netherlands, 2015 (Copyright: Artists).

Audiovisual installation by Noemi Schipfer & Takami Nakamoto, NONOTAK, Parallels at STPR Biennial, Eindhoven, Netherlands, 2015 (Copyright: Artists).

Das Künstlerinnenduo Takami Nakamoto und Noemi Schipfer haben vor rund zwei Jahren die Materie Licht für ihr künstlerisches Schaffen entdeckt und sich in dieser kurzen Zeit bereits einen Namen gemacht. In Anlehnung an Anthony McCall’s „Exploration of light and space“ durchdringen sie mit Licht nicht nur Wände, sondern füllen damit ganze Räume. Im neusten Werk hüllen sie ihre Besucherinnen und Besucher in diffusen blauen Nebel und produzieren mit Lichtlinien laufend neue geometrische Muster. Dazu ertönen sphärische Klänge. Räumliche Begrenzung lösen sich dabei auf. Die Besuchenden bewegen sich in einer abstrakten Welt und gestaltet mit ihrer physischen Präsenz die Licht- und Tonperformance mit.

2011 gründeten die beiden jungen Künstlerinnen das Studio NONOTAK, nachdem sie einen Auftrag für die Gestaltung einer Wand in der Lobby eines Wohngebäudes erhielten. Zwei Jahre später begannen sie mit Licht und Ton Installationen einzurichten. „Parallels“ ist ihr vorerst letztes Werk. Es wurde Ende März als Teil der STRP Biennial in Eindhoven installiert. Die Organisation STRP, 2012 gegründet, möchte Kunst, Technologie und experimentelle Pop Kultur zusammen führen und Werke unterschiedlicher Art einem breiten, interessierten Publikum zugänglich machen. Das Highlight ist jeweils die jährlich stattfindende Biennale.

Audiovisual installation by Noemi Schipfer & Takami Nakamoto, NONOTAK, Parallels at STPR Biennial, Eindhoven, Netherlands, 2015 (Copyright: Artists)

Audiovisual installation by Noemi Schipfer & Takami Nakamoto, NONOTAK, Parallels at STPR Biennial, Eindhoven, Netherlands, 2015 (Copyright: Artists).

“Parallels” ist ein typisches in-situ Werk, das genau auf den gegebenen Raum abgestimmt ist. Es besteht aus zwei Nebelmaschinen und sieben Lichtprojektoren. Die Besucher können sich im Raum frei bewegen und sich nach Belieben auf das Licht- und Tonspektakel einlassen. Es ist kein ruhiges, meditativ sensorisches Erlebnis. Im Gegenteil, die Lichtlinien wechseln ihre Richtung in schnellem, meist unregelmässigen Rhythmus.

Was den Künstlerinnen selber an ihrem Werk gefällt, hat mir Noemi Schipfer folgendermassen dargestellt:

“ The thing that we enjoy with this project is that it works pretty much like our other installation that use illusions of 3Dimensions using 2D visuals.

For instance, a vertical line becomes a wall that we are able to move into space but also, the fact we are controlling 7 projectors allows us to work on „gradients“ of black and white. Just like drawing with lights.

We love the way the installation looks like a screen at the same time but also spatial, feeling like you are submerged in an morphing architecture.

The name PARALLELS comes from the fact we are only using lines as matter for our visual, creating varieties of geometries out of lines was an interesting restriction.”

‚Wir mögen dieses Projekt, weil es ähnlich funktioniert wie unsere anderen Installationen, die eine illusionäre 3D Wirkung mit 2D Elementen erzielen.

Zum Beispiel, eine vertikale Linie wird zu einer Wand, die wir in den Raum hineinbewegen können. Wir haben auch die Möglichkeit, mit 7 Projektoren schwarz-weiss Schattierungen zu erzeugen, ähnlich einer Zeichnung mit Lichtern.

Wir lieben die Art, wie sich Installationen als Projektionsfläche oder –raum anbieten, als könntest du in eine sich stetig wandelnde Architektur eintauchen.

Der Name „Parallels“ kommt daher, dass wir nur mit Linien arbeiten. Die Kreation Variationen geometrische Muster nur mit Linien, war eine interessante Voraussetzung.‘

Bildergalerie

Audiovisual installation by Noemi Schipfer and Takami Nakamoto, NONOTAK, Parallels at STPR Biennial, Eindhoven, Netherlands, 2015 (Copyright: Artists)

Audiovisual installation by Noemi Schipfer & Takami Nakamoto, NONOTAK, Parallels at STPR Biennial, Eindhoven, Netherlands, 2015 (Copyright: Artists).

Audiovisual installation by Noemi Schipfer & Takami Nakamoto, NONOTAK, Parallels at STPR Biennial, Eindhoven, Netherlands, 2015 (Copyright: Artists).

Audiovisual installation by Noemi Schipfer & Takami Nakamoto, NONOTAK, Parallels at STPR Biennial, Eindhoven, Netherlands, 2015 (Copyright: Artists)Audiovisual installation by Noemi Schipfer & Takami Nakamoto, NONOTAK, Parallels at STPR Biennial, Eindhoven, Netherlands, 2015 (Copyright: Artists)

Audiovisual installation by Noemi Schipfer & Takami Nakamoto, NONOTAK, Parallels at STPR Biennial, Eindhoven, Netherlands, 2015 (Copyright: Artists)Audiovisual installation by Noemi Schipfer & Takami Nakamoto, NONOTAK, Parallels at STPR Biennial, Eindhoven, Netherlands, 2015 (Copyright: Artists)

Video

Credits

Thanks to NONOTAK Studio for providing me the fotos:

www.nonotak.com

STRP Biennial, Eindhoven, Netherland

Anthony McCall

Travelling waves – Anthony McCall

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Die lebende Sonne

Die lebende Sonne, Jennifer Schopp, 2015

Die lebende Sonne, Jennifer Schropp, 2015

Ostersonntag steht vor der Tür, und es regnet immer noch in Strömen. Draussen ist es inzwischen nasskalt dunkel. Ungemütlicher könnte es gar nicht sein.

Eine wunderbar leuchtende Sonne ist jetzt genau das richtige. Sie gibt uns jene Energie, die uns der Frühling im Moment vorenthält.

„Das Leben ist unvollkommen und unvollständig wie diese Sonne“, meint die junge Künstlerin, die mir das Foto diese Woche zugeschickt hat. Die Sonne ist nicht perfekt, wie das Leben es auch nicht ist. Aber die Sonne lebt, und wie sie lebt. Sie leuchtet unglaublich stark und verströmt jene angenehme Wärme, die unserer Seele gut tut und unser Leben farbig macht.

So mag denn der Osterhase kommen und seine Eier verstecken. Wir werden sie finden.

Ich wünsche allen frohe Ostern.

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