Lichtkommunikation mit Brigitte Kowanz

Morsealphabet, 1998/2010,Brigitte Kowanz

Brigitte Kowanz, Morsealphabet, 1998/2010 Courtesy Häusler Contemporary, München/Zürich; Galerie Krobath, Wien/Berlin; RUZICSKA, Salzburg Foto: Ulrich Ghezzi

Social Media, Budget Telefonate und Videokonferenzen mit Familie und Freunden – Licht hat die Kommunikation im 21. Jahrhundert revolutioniert. Das Internet funktioniert auf Basis ultrakurzer Lichtimpulse in sehr dünnen, haarähnlichen Glasfaserkabeln.

Allerdings wurden Botschaften schon im 19. Jahrhundert mit Licht übermittelt. Mit speziellen Lampen wurden kurze und lange Lichtimpulse, sogenannte Morsezeichen, erzeugt. Erfinder des Morsealphabets war Samuel Finley Breese Morse (1791 bis 1872). Er reduzierte einen Code auf zwei Symbole bildete damit die Basis für das in der Informationstechnologie genutzte Dualsystem mitsamt seinen Binärcodes. Die Letzteren wiederum bilden aufgrund ihrer Einfachheit in aller Regel die Grundlage für die Verarbeitung digitaler Informationen. Das Morsealphabet gibt es seit 1838 und man anerkennt es heute als wichtiger historischer Vorläufer der digitalen Nachrichtenübermittlung.

Auch die österreichische Künstlerin Brigitte Kowanz hat sich in ihren Werken immer wieder der Morsezeichen von Samuel Morse bedient. Dabei erfasst sie Licht als eine Sprache, die Codes und Zeichen übermittelt und im Spannungsfeld von Raum und Zeit ihren Wert und ihre Aussage steigert. In der Spiegelhalle der Ausstellung „Now I See“ von 2010 im MUMOK in Wien präsentierte Kowanz ihr Werk „Morsealphabet“. Sie ordnet dafür Neonröhren kreisförmig an, indem sie das Morsealphabet nachstellte. Dies in einer 600m² grossen Halle, allseitig 5m hoch bis zur Decke mit Spiegelwänden belegt. Eingebaute und frei stehende Neonvitrinen liessen den Betrachter das Morsealphabet als Ausstellungsstück neu erfahren. Eine gelungene Hommage an Samuel Morse im Zeichen eines begehbaren Lichtraumes.

Brigitte Kowanz, Lux, 1998
Installationsansicht Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, 2010, Halogenlicht, Spiegel, Glas, Eisen, 3 Teile, je 220 × 50 × 2 cm (Foto: Matthias Herrmann)

In „Lux“ von 1998 zeigt die Künstlerin, wie sie Morsezeichen eine inhaltliche Bedeutung gibt. Kurz – lang – lang – kurz, kurz – kurz- lang und lang, kurz, kurz, lang heisst übersetzt Lux, das lateinische Wort für Licht. Ähnlich wie in „Morsealphabet“ sind es nicht Lichtimpulse, welche den Zeichen ihre Form geben. Licht ist Mittel zum Zweck und zeigt, dass Licht Worte, sofern die Gegebenheiten stimmen, übermitteln kann. Im vorliegenden Beispiel formen Spiegel Morsezeichen, die durch das einfallende Licht an der Wand einen Schatten werfen.

Brigitte Kowanz zeigt, Licht und Sprache haben kreatives Potenzial. Gleiches gilt für das Internet. Wir können davon ausgehen, dass das Entwicklungspotenzial bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist.

Über Lichtfarben

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4 Antworten zu Lichtkommunikation mit Brigitte Kowanz

  1. Peggi Liebisch schreibt:

    Morsen mit Licht im digitalen Zeitalter, das ist gut. Und interessant! LG

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