Kein Flimmern, kein Blinken, kein Zucken

Atrium Rijksmuseum, AmsterdamDie Zeit der glühenden Wolframfäden in unseren Stuben ist vorbei. Die Glühbirne hat ausgedient. Zu viel Strom erzeugt zu viel Wärme auf Kosten des Lichts. Und es werde LED“. Chips ziehen in unseren Wohnräumen ein. Vorbei ist das romantische Lichtzeitalter. LED steht für «Licht emittierende Diode».

Der Erweiterungsbau des Städel MuseumsLED bedeutet aber auch Fortschritt, gerade in der Kunst. Mit LED lässt sich natürliches Licht ohne schädliches UV-Licht imitieren. Grosse Häuser wie das Rijksmuseum in Amsterdam und das Münchner Lenbachhaus haben während ihren letzten Umbau- und Renovierungsprojekten eine aufwändig geplante LED-Beleuchtung installiert und dafür viel Geld in die Hand genommen. Das Frankfurter Städel Museum wurde dieses Jahr mit dem Deutschen Lichtdesign-Preis 2013 gewürdigt. Für die originelle Integration der Beleuchtung in die Architektur hat das Projekt den Jurypreis Tageslicht erhalten.

Einen positiven Effekt haben die LEDs auch auf die zahlreichen Lichtfestivals. Diese sind sehr im Trend. Besucher in Millionenhöhe pilgern bei grossen Anlässen von Installation zu Installation. Dank LED wird weniger Strom verbraucht. Mit den neuen Möglichkeiten haben sich auch die Farbpaletten und die Qualität der Installationen verändert. Aus meiner Sicht im Guten. Dies gilt auch für die Lichtkunst.

James Turrell, Licht-Architektur von Aten Reign, Guggenheim New York 2013Ein Meister der LED-Lichtkunst ist James Turrell. Der amerikanische Lichtkünstler hat lange mit handelsüblichen Neonröhren gearbeitet, die er für seine Lichteffekte speziell präparierte. Mit LED fallen diese manuellen Eingriffe weg. Und, seine Werke sind weicher und die Farbübergänge fliessender geworden. Eindrücklich zeigt er dies mit Aten Reign (2013), eine temporär aufgebaute Installation im Guggenheim in New York. Eine kreisförmig angelegte Lichtarchitektur erhebt sich wie ein Kegel in die Höhe. Auf verschiedenen Höhen sind LED-Lichter eingebaut. Von Computern gesteuert verändern sich die Farben, leise. Es gibt kein Flimmern, kein Blinken und kein Zucken.

Bildquellen:
https://www.rijksmuseum.nl/en/join-us/our-sponsors/philips
– Der Erweiterungsbau des Städel Museums, Außenansicht, Foto: Norbert Miguletz, © Städel Museum, Frankfurt am Main
– The Lightening System in James Turrell Aten Reign, Video Copyright Guggenheim Museum, New York: http://www.guggenheim.org/video/the-lighting-system-in-james-turrells-aten-reign

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Über Lichtfarben

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2 Antworten zu Kein Flimmern, kein Blinken, kein Zucken

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