Materialisiertes Licht im Werk von James Turrell

James Turrell, Afrum (White), 1966

James Turrell, Afrum (White), 1966

Licht zu verstehen ist Sache der Physik, mit Licht zu arbeiten nicht nur: Besonders fasziniert vom Licht ist der amerikanische Licht- und Raumkünstler James Turrell. In seinen zahlreichen Installationen setzt er sich leidenschaftlich mit Licht und der Wahrnehmung von Licht auseinander.

Aus einer Quäkerfamilie stammend, war Turrell schon in jungen Jahren mit den spirituellen Qualitäten des Lichts vertraut. Licht in der Seele öffnet das Herz für den richtigen Weg. Entgegen der Vorstellungen seiner Eltern studierte er Wahrnehmungspsychologie und Kunstgeschichte. Das Thema Licht fesselte ihn. Wiederholt wird in der Literatur auf eine Anekdote hingewiesen.

In einer Veranstaltung in Kunstgeschichte erklärte Turrell seinen Studienkollegen sein Interesse am Licht. Er verwies dabei auf den Lichtprojektor und beschrieb dessen Licht als etwas, das primär sichtbar macht. Diese Eigenschaft interessiere ihn nicht, er wolle mehr über die konkrete Natur des Lichts herausfinden.

Zitat aus offizieller Facebook-Seite von James Turrell

Zitat aus offizieller Facebook-Seite von James Turrell

James Turrell, Mendota Stoppages, (1969-1974)

James Turrell, Mendota Stoppages, (1969-1974)

Turrells Licht muss gesehen werden, ohne den Aspekt der Wahrnehmung ist es wertlos. In Santa Monica bei Los Angeles mietete der Künstler im ehemaligen Mendota Hotel ein paar Räume. Diese verdunkelte er und fing durch selber platzierte Öffnungen Licht von der Strasse ein. Die Räume wurden dadurch stellenweise mit Licht versehen. Ab und zu lud er Gäste ein, die dem Lichtschauspiel zusehen konnten. In den Mendota Stoppages sind diese Lichtereignisse grafisch festgehalten. Das ausgewählte Beispiel zeigt, von den Lichtquellen sieht man nichts.  Das, was bleibt, ist Licht an sich.

In seinen Projection Pieces projizierte Turrell geometrische Lichtobjekte an die Wand. In Afrum (White) kann der Betrachter im sichtbaren Licht einen Würfel erkennen. Sein, in eine Form gebrachtes, Licht bewegt sich sichtbar in den Raum hinein. Turrells Licht ist physisch wahrnehmbar. Der Künstler spricht von materialisiertem Licht.

Weitere Blogeinträge zu James Turrell:

James Turrell – Lichtwände

James Turrell – Mit Licht Raum und Zeit verlassen

Aten Reign – Magnificent sense of space and light

James Turrell zum 70.

Ich sehe mich selber sehen – Licht-Räume von James Turrell

Es passiert zwischen zwei Welten

Malen mit Licht – Skyspace Piz Uter von James Turrell

Das Kunst-Werk selber ist aus Licht

Himmel über mir

Über Lichtfarben

Hast du Fragen oder Bemerkungen zu meinem Artikel?
Dieser Beitrag wurde unter Architektur, James Turrell, Kulturgeschichte, Kunst, Kunst am Bau, Kunstgeschichte, Licht, Lichtinstallation, Lichtkunst, Lichtraum, Natur, Wahrnehmung als Medium abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Materialisiertes Licht im Werk von James Turrell

  1. Pingback: Grosse Ehre für James Turrell | Faszination Licht

  2. Pingback: 2013 National Medal of Arts | Faszination Licht

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s