Gelb, was für eine Schande

Gelbe Färberdistel (Saflor)Farben bringen Körper und Seele in Schwingung. Von einem weichen Dunkelrot fühlt sich das Auge angenehm angezogen. Unter blauem Licht beginnen sich Körper und Geist zu beruhigen. Die Farbe Grün stärkt die Nerven und Orange fördert die Lebenslust.

Auch die Farbe Gelb hat zahlreiche positive Konnotationen. Gelb vermittelt Freundlichkeit und Optimismus, gleichzeitig steht die Farbe für das Vergnügen und das lustig sein. Gelb ist die Farbe der Schönheit und des Glanzes. Gelb strahlt die Sonne. Gelb lässt sich auch mit Aktivität und Energie in Verbindung bringen.

Und dennoch, vergleichbar mit anderen Farben, ist Gelb mit viel Negativem belastet. Gelb steht für Neugier und Wagemut. Gelb ist angeberisch, falsch, spitz, stechend, sauer, ätzend, schrill und giftig. Gelbe Haut wirkt kränklich und alt. Woher kommen diese abstossenden Vorstellungen?

Färberpflanze: Gelbe WauWo in anderen Kulturen Gelb eine hochangesehene Würdefarbe war, wurde die Farbe bei uns seit dem Mittelter immer wieder als Schandfarbe eingestuft. Dies hängt damit zusammen, dass die Farbe Gelb in dieser Zeit aus einem schwach, blässlichen Farbstoff aus den heimischen Färberpflanzen Wau und der Färberdistel Saflor gewonnen wurden. Diese helle Farbe ist  auch bei Dunkelheit weithin sichtbar. Das hat dazu geführt, dass aus der Gesellschaft ausgestossen Mitglieder mit dieser Farbe sichtbar gekennzeichnet wurden. Prostituierte, herumziehende Spieler, Verräter mussten gelbe Kleider tragen. So wurde auch Judas Ischariot auf religiösen Gemälden mit Vorliebe in einem gelben Gewand dargestellt. Auch auf kranke Menschen wurde mit der Farbe Gelb aufmerksam gemacht. Da wo die Pest wütete, zog man eine gelbe Fahne auf. Die Kirche stufte Gelb zur Teufelsfarbe herab. Noch im 20. Jahrhundert wurden die Juden gezwungen einen gelben Judenstern an ihrer Kleidung sichtbar anzubringen.

Über Lichtfarben

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